Unter den Udala Bäumen

Roman

336 Seiten, gebunden
Erscheinungsjahr: 2018 | ISBN: 978-3-88423-591-1

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ISBN 978-3-88423-592-8

Über dieses Buch

Chinelo Okparantas erster Roman ist Kriegs- und Liebesroman zugleich. Die Coming-out-Geschichte des Mädchens Ijeoma beginnt 1968, ein Jahr nach Beginn des Biafra-Kriegs in Nigeria.

Die Bevölkerung leidet unter dem immer brutaler werdenden Krieg und einer unvorstellbaren Hungersnot. Ijeomas Vater kommt bei einem Bombenangriff ums Leben. Ihre Mutter kann nicht mehr für sie sorgen, und sie wird in ein entferntes Dorf zu Freunden der Familie geschickt. Dort lernt sie Amina kennen, die gleichalt und auch alleine ist. Zwischen Ijeoma, einer christlichen Igbo, und Amina, einer muslimischen Hausa, beginnt eine Freundschaft, die zur Leidenschaft wird. Als diese aus ethnischen und gesellschaftlichen Gründen unmögliche Beziehung entdeckt wird, muss Ijeoma zurück zu ihrer Mutter, die sie streng religiös erzieht. Ijeoma ist verzweifelt und findet bei der älteren Ndidi Trost, die sie mit der geheimen homosexuellen Szene der Gemeinde bekannt macht. Doch der gesellschaftliche Druck und die Angst davor entdeckt zu werden, sind zu groß, und so heiratet sie Chibundu, einen Freund aus Kindheitstagen. Okparanta stellt einfühlsam die Persönlichkeitskonflikte dar, in die Ijeoma als heranwachsende Frau in der nigerianischen Gesellschaft gestürzt wird: ihre lesbische Identität, die Niederlage des unabhängigen Biafra, das Tabu einer Beziehung zwischen Igbo und Hausa, der tiefe Fall einer Studentin aus der höheren Mittelklasse in die Armut und die allgegenwärtige Macht der Kirche mit ihren Dogmen, die gleichgeschlechtliche Liebe als abscheuliches Laster brandmarkt. Hinzu kommt die vom Staat ausgehende Gewalt, die mit rigorosen Gesetzen Homosexuelle verfolgt. Ein außergewöhnlicher, sehr aktueller Roman über das schwierige Erwachsenwerden einer jungen Frau in Nigeria. Politischer Hintergrund: 1967 begann im Südosten Nigerias der Biafra-Krieg, nachdem sich die Region Biafra für unabhängig erklärt hatte. Hauptursache für diesen Krieg waren die andauernden Konflikte zwischen dem christlichen Igbo-Volk und den muslimischen Volksgruppen der Hausa und Fulani. Der Krieg endete 1970, forderte zweieinhalb Millionen Todesopfer und wurde in Nigeria nie richtig aufgearbeitet.

Presse

»Ohne Scheu schreibt sie von Krieg und Gewalt, inneren und äußeren Konflikten. Und – ganz unsentimental – von befreiter Liebe, dieser Utopie.« Jana Volkmann, der Freitag

»Chinelo Okparantas Debütroman ist eloquent und
ergreifend.« The Observer

»Okparantas erster Roman ist ein Herzensbrecher.« Publisher’s Weekly

»Herzzerreißend… roh, intelligent und unerschrocken
ehrlich… ein Triumph.« Taiye Selasi

»Eine einzigartige und umwerfend hoffungsvolle
Geschichte über das Paradoxon der Liebe« Mia Couto

»Chinelo Okparantas Roman ist eine eingängig geschriebene Geschichte zu einem großen Thema.« Gaby Mayr, SWR 2 Lesenswert

»Verleugnung und Hingabe sind die zentralen Themen Chinelo Okparantas Erfolgsromans. Es ist kaum fassbar wie in einer Zeit, in der selbst im verstecktesten Winkel Aufklärung und Emanzipation selbstverständlich sein müssten rückständiges Gedankengut immer wieder auf fruchtbaren Boden trifft. (...)Umso wichtiger ist es, das Bücher wie dieses mehr und mehr Aufmerksamkeit erhalten. « Lovelybooks.de

»Die bewegende wie kraftvolle Geschichte erzählt den mühsamen Lebensweg einer lesbischen Nigerianerin, die immer wieder bedroht bleibt, vom Gewicht der Traditionen, vom Aberglauben und all den Legenden, von denen sie umgeben ist, zerdrückt zu werden. Eine Bereicherung für Afrika-Bestände.« ekz

Autor

Chinelo Okparanta wurde in Port Harcourt/ Nigeria geboren. Mit 10 Jahren emigrierte sie mit ihrer Familie in die USA, wo sie auch studierte. Ihr erster Roman Under the Udala Trees erschien 2015 und war 2017 auf der Shortlist des International Dublin Literary Award. Sie unterrichtet derzeit Kreatives Schreiben an der Bucknell University, Lewisburg/ USA.

Herausgeber

Indra Wussow studierte Literaturwissenschaft, lebt in Johannesburg/Südafrika und auf Sylt. Sie arbeitet als Autorin, literarische Übersetzerin und Kuratorin für verschiedene internationale Einrichtungen. 2002 gründete sie auf Sylt die von ihr geleitete Stiftung kunst:raum sylt quelle. Mit Stipendien, Ausstellungen, Aufführungen und Veröffentlichungen werden zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen sowie Schriftsteller und Schriftstellerinnen aus unterschiedlichen Nationen gefördert. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt im Dialog zwischen Wissenschaft und Kunst. 2008 eröffnete die Stiftung eine Dependance in Johannesburg, das Jozi art:lab.

Übersetzung

Sonja Finck, geboren 1978, lebt in Berlin und Kanada und hat u.a. Annie Ernaux, Wajdi Mouawad, Kamel Daoud, Léonora Miano und Ryad-Assani Razaki ins Deutsche übertragen. Für ihre Arbeit wurde sie mit dem André-Gide-Preis und dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.

Maria Hummitzsch, geboren 1982, studierte in Leipzig, Lissabon und Florianópolis Übersetzung, Psychologie und Afrikanistik. Sie übersetzt aus dem Englischen und Portugiesischen, u. a. David Garnett, David Foster Wallace, Imbolo Mbue und E.C. Osondu.