Aus nächster Nähe

Roman

184 Seiten, Hardcover, gebunden
Erscheinungsjahr: 2013 | ISBN: 978-3-88423-441-9

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ISBN 978-3-88423-455-6

Über dieses Buch

Während in den Wochen nach dem Fall der Mauer in Berlin die internationale Politik ihre Wende nimmt, stellen sich Richard und Gunter in der kleinsten WG von Charlottenburg Zukunftsfragen.

Gunter will sein Taxifahrer-Kollektiv hinter sich lassen und mit einer Imbissbar im städtischen Dschungel der Gastronomie Fuß fassen. Seine aktuelle Freundin Johanna beharrt indes auf ihrer Unabhängigkeit, sowohl in ihrem Beruf als auch in ihren Gefühlen. Zeitgleich muss Richard einsehen, dass er mit seinem Job als Aushilfskraft in einem linken Verlag nicht mehr lange vorankommen wird. Aufgewühlt von der Nachricht, dass Mona, seine große Liebe aus den Jahren der Revolte, wieder in Europa, ja in Berlin lebt, stellt er sich den Erinnerungen an die Zeit der Kämpfe in den Hörsälen und auf der Hauptstraße von Heidelberg. Trotz seines Wiedersehens mit Mona wehrt sich Richard gegen die Ansicht, dass man nur einmal den einzig richtigen Menschen treffen und mit ihm glücklich werden könne- denn da gibt es noch die alleinerziehende Beatrice und nicht zuletzt Johanna. Am Ende einer selbstverschuldet langen Jugend sitzt er erneut vor dem Schreibheft im Café Bleibtreu und nimmt sich vor, die Muse zu umarmen, statt aus der Ferne auf ihren Kuss zu hoffen. Aus nächster Nähe erzählt Geschichten von der Liebe in politisch bewegten Jahren, davon, warum sie nicht sein soll und doch nicht endet. Der Roman zeichnet das Porträt des Künstlers als nicht mehr ganz jungem Mann nach und fragt, weshalb sich die Geschicke der Einzelnen den Kämpfen ihrer Epoche weder entziehen noch ganz in ihnen aufgehen können.

Im Buch blättern


Presse

»Jürgen Theobaldys aktueller Roman spielt im Berlin der Wendejahre. Aus nächster Nähe ist dabei als Erzählhaltung wörtlich zu nehmen - es geht um eine teilnehmende Beobachtung, um die kleinen sprechenden Details, aus denen eine ganze Haltung zum Leben herausschauen kann.« Buch der Woche Deutschlandradio Kultur

»Der Roman schickt seinen Helden wie eine Sonde zurück an einen Wendepunkt deutscher Befindlichkeit, lädt den Leser ohne große Worte zu einer Pendelbewegung zwischen damals und heute ein, nimmt nichts allzu ernst, diffamiert aber auch nichts und niemanden.« Büchermarkt

»[…] meisterliche Genreszenen einer zerbröselnden Westberliner Subkultur, pointillistische Feinmalereien einer Lebenswelt zwischen Rebellion und Frustration«. Neue Zürcher Zeitung

»Das Draufgängerische, das der Autor in ›Blaue Flecken‹ gefährliche Spritztouren mit Goethe unternehmen ließ, blitzt hier erneut auf. Dichtung ist noch immer Abenteuer.« literaturkritik.de

Autor

Jürgen Theobaldy, 1944 in Straßburg geboren, aufgewachsen in Mannheim, lebt heute in Bern. Studium der Literaturwissenschaft an den Universitäten in Heidelberg und Köln, sowie Berlin. Im Wunderhorn Verlag veröffentlichte er 1984 »Midlands/Drinks. Gedichte aus Rom« mit neun Zeichnungen von Joachim Palm, 2000 den Prosaband »In der Ferne zitternde Häuser« in der Reihe ›Edition Künstlerhaus‹, 2013 den Roman »Aus nächster Nähe« und zuletzt den Roman »Rückvergütung«.