Hugo Ball

Der magische Bischof der Avantgarde

148 Seiten, Format: 13.5 x 21 cm, gebunden
Erscheinungsjahr: 2011 | ISBN: 978-3-88423-364-1

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Über dieses Buch

Der Dichter Hugo Ball war sein Leben lang ästhetisch wie politisch ein Konvertit und vor stereotypen Zuschreibungen auf der Flucht. Im Gegensatz dazu wurde und wird er meist lediglich in seiner kurzen Rolle als Pionier des Dadaismus 1916/1917 wahrgenommen.

Zu seinem 125. Geburtstag unternimmt es dieses Buch, den aufregenden Denkbewegungen, spektakulären Metamorphosen und schroffen Widersprüchen des Dichters auf die Spur zu kommen. Mit Beiträgen von Ernst Teubner, Bärbel Reetz, Eckhard Faul, Norbert Lange, Gerhard Deny, Karl Piberhofer, Urs Allemann und Michael Braun. Ernst Teubner, der langjährige Leiter der Hugo Ball-Sammlung, verfasste ein biografisches »Lebensbild in Umrissen«. Die Emmy Ball-Hennings-Biographin Bärbel Reetz untersucht die ästhetischen und emotionalen Beziehungen zwischen Hugo Ball und seiner Lebensgefährtin. Eckhard Faul, Mitherausgeber der Ball-Werkausgabe, analysiert das schwierige Verhältnis des Dichters zu seiner Herkunftsregion, der Pfalz. Der Lyriker und Essayist Norbert Lange dechiffriert die sprachmagischen Ursprünge der »Karawane«-Dichtung. Der Philosoph Gerhard Deny rekonstruiert die geistigen »Gegenwelten« des Dichters. Michael Braun folgt Ball bei seinem Versuch, »Katholizismus und Anarchie« zu synthetisieren. Der Filmproduzent Karl Piberhofer befasst sich mit den geistigen Erschütterungen, die Balls Diagnosen als »Momentaufnahme der europäischen Intelligenz zwischen den Kriegen« hinterlassen haben. Und der Lyriker Urs Allemann hat Gedichtzeilen Balls aus allen Werkphasen zu einem neuen aufregenden Poem montiert.

Machen Sie die Ohren weit auf!

Auf der Webseite UbuWeb („a completely independent resource dedicated to all strains of the avant-garde, ethnopoetics, and outsider arts“) können Sie sich ein Paar Gedichte von Hugo Ball (aus dem Jahr 1916) anhören: Karawane, Wolken, Katzen und Pfauen, Totenklage, Gadji beri bimba, Seepferdchen und Flugfische.

Im Buch blättern:


Über Hugo Ball:

1916 hat er den Dadaismus erfunden. Im Zürcher „Cabaret Voltaire“, zusammen mit Hans Arp, Tristan Tzara, Marcel Janco und Richard Huelsenbeck. Sein poetischer Hauptbeitrag zu Dada ist das Lautgedicht – „Verse ohne Worte“, die er auf der Bühne mehr zelebrierte als vorlas. Dada ist aber im Dichterleben von Hugo Ball (1886–1927) nur Episode gewesen: Zuvor hat er nach naturidyllischen Anfängen die „expressionistischsten Gedichte“ geschrieben, „die Deutschland jemals gehört hat“ (Huelsenbeck) sowie zusammen mit Hans Leybold die phantastisch-sinnfreien „Ha-Hu-Baley“-Gedichte. Und nach Dada hat er mit „schizophrenen Sonetten“ und religiöser Lyrik weitergemacht.

Herausgeber

Michael Braun, geboren 1958 in Hauenstein/Pfalz, Studium der Germanistik und Politischen Wissenschaft, lebt als Literaturkritiker in Heidelberg. Er veröffentlicht Essays zu Fragen einer zeitgenössischen Poetik. 2007 bis 2011 gibt er den Deutschlandfunk-Lyrikkalender heraus (Wunderhorn), seit 2012 den Lyrik-Taschenkalender. 2018 Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik.