Der zertrümmerte Orpheus

Der zertrümmerte Orpheus

Über Dichtung

64 Seiten, Format: 14 x 22 cm, gebunden, bibliophile Ausgabe
Erscheinungsjahr: 2002 | ISBN: 978-3-88423-197-5

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Über dieses Buch

Unter den Nachgeborenen der alten »Dichterkönige« hat Michael Braun neue Gesetzgeber der Sprache und überraschende Konstellationen ausgemacht. Dabei wird deutlich: Was in Lyrik und Prosa einzig für ihn zählt, ist die Literatur des Verhängnisses und des existentiellen Ausnahmezustands.

In seiner berühmten Schrift Defence of Poetry erklärte einst der romantische Poet Percy Bysshe Shelley die Dichter zu den »unerkannten Gesetzgebern der Welt«. So viel Vertrauen in die weltschaffende Kraft der Poesie und so viel Mut zur Selbsterhöhung vermag die Lyrik heute nicht mehr aufzubringen. Michael Braun hat sich unter den Nachgeborenen der alten »Dichterkönige« umgesehen und neue Gesetzgeber der Sprache entdeckt. In seinen Essays stößt er auf überraschende Konstellationen: auf die alte Verbindung von Poesie und Religion und die neu erwachte Sehnsucht nach der Antike. In der Prosa ist es einzig die Literatur des Verhängnisses und des existentiellen Ausnahmezustands, die für ihn noch Geltung besitzt. Die mürbe gewordene Subjektivität der sogenannten Pop-Literaten wird dagegen als »neuer Infantilismus« verabschiedet.

Autor

Michael Braun, geboren 1958 in Hauenstein/Pfalz, Studium der Germanistik und Politischen Wissenschaft, lebt als Literaturkritiker in Heidelberg. Er veröffentlicht Essays zu Fragen einer zeitgenössischen Poetik. 2007 bis 2011 gibt er den Deutschlandfunk-Lyrikkalender heraus (Wunderhorn), seit 2012 den Lyrik-Taschenkalender. 2018 Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik.